Nachlese 2 Ahrntal 2019

Nachlese 2 - aus Sicht der Nicht-Skifahrer*innen

Jubiläums-Skiausfahrt 17. - 20. Januar 2019

Speikboden / Ahrntal

 

Freitag

Die vier nicht-mehr-skifahrenden WSC’lerinnen Elke, Hildegard, Renate und Sabine zog es gleich am ersten Tag bei strahlender Sonne um 10 Uhr hinauf zur Rieser Alm. Der Weg dorthin war gut präpariert und stieg langsam aber stetig an, so dass anfangs der Atem in der kalten Luft schon etwas schneller ging und kurze Atempausen einforderte.

Um 11 Uhr dort angekommen, entschieden sich zwei ‚Atemlose‘ gleich zur Rast vor der Hütte, im Sonnenschein. Die beiden anderen wollten erkunden, ob die nächste Hütte evtl. in Sichtweite und auch zu erreichen sei, kehrten dann jedoch wieder um, auch weil die Präparierung des Weges weiter oben lt. Hüttenwirt nicht mehr gegeben sei.

Um die Mittagszeit kehrten wir dann ins Tal zurück und wollten durch Weißenbach schlendern, um dort etwas zu Mittag zu essen oder Kaffee zu trinken. Zu unserem Leidwesen war weder ein Gasthof, geschweige denn ein Café zu finden und der einzige Lebensmittelladen geschlossen. Wir mussten einsehen, dass in der Mittags-zeit bis 15 Uhr in Weißenbach tote Hose herrscht. Selbst in unserem Hotel herrschte mittäglicher „Alpenfriede“ und wurde nur kurz die Kaffeemaschine für uns angeworfen.

So waren wir froh, als um 15:30 Uhr die Sauna geöffnet wurde und der Wellnessteil des Tages begann.
Aber trotzdem, auch ohne Mittagessen war es ein wunderschöner Ausflug bei schönstem Wetter.

Samstag

Die 4 Damen vom Freitag, ergänzt durch einen fußkranken männlichen Teilnehmer, fuhren mit dem 454er Bus um 10 Uhr ab Weißenbach nach Luttach.Unbenannt2

Von dort entlang des Ahrn-Flusses, gesäumt von tief verschneiten Tannen und Büschen, zumeist in vollem Sonnenschein, spazierten wir zum Ortsbeginn unterhalb der den ganzen Berg einnehmenden Burg Taufers bis ins wirklich liebenswerte Städtchen Sand, mit schönen Häusern und bankumsäumten Plätzen.

Dort fanden wir ein italienisches Restaurant und gutes Mittagessen in ausreichender Vorspeisengröße, danach gegen 14:30 Uhr Busrückfahrt bis Luttach, Dort wollten wir um 15:47 Uhr mit dem 454er wieder zurückfahren und die Zeit bis dahin mit einem kleinen Rundgang und in einem Café mit Kaffee überbrücken. Aus dem Kaffee wurde dann ein köstlicher und sehr gehaltvoller Bombardino. . .

Betonung liegt auf ‚wollten‘, denn dem etwas verzwickten Busfahrplan hatten wir nicht eindeutig entnehmen können, dass dieser Bus nur donnerstags verkehrt, und selbst die von einheimischen Kids eingeholte Handy-Auskunft   bestätigte, dass die Abfahrt 15:47 Uhr auch für Samstag gilt! Jedoch der Busfahrer einer anderen Linie klärte uns auf: samstags nie! und dass wir mindestens noch 1 Stunde auf den nächsten Bus warten müssten.

Und nun?? Es war inzwischen so ca. 15:55 Uhr und da fiel uns zum Glück ein, dass ja die Skifahrer um 16 Uhr vom Klausberg mit dem Steidl-Bus zurückfahren wollten und bestimmt an ‚unserer‘ Bushaltestelle bzw. der Straßenabzweigung nach Weißenbach vorbeifahren müssten. Also wurde Heike per Handy kontaktiert und siehe da, die Skigruppe war gerade schon im Bus vom Parkplatz abgefahren und würde uns natürlich mitnehmen, wenn wir uns auf der richtigen Straßenseite positionieren würden. Das führten wir dann auch generalstabsmäßig durch:

Alle 2 Meter ab der Kreuzung (dort stand eine der ‚Gestrandeten‘ mit dem auffälligsten gelben Anorak zum Einwinken) bis zu einem passenden Halteplatz für den Bus positionierten wir 5 uns in Reih und Glied entlang der Straße nach Weißenbach, damit die Businsassen uns und wir den Bus ja nicht übersehen würden. 

Nun gut, der Bus kam auch in circa 5 Minuten, allerdings von einer ganz anderen Seite als von uns berechnet. Aber gottseidank waren wir mit wenigen Schritten dann an der richtigen Einstiegsstelle und sehr froh, nicht noch eine ganze Stunde in Luttach totschlagen zu müssen.

Sonntag

Heute war die ursprüngliche „Vierer-Wandergruppe“ bereits auf 8 Personen angewachsen (ein anfangs Fußkranker hatte sich wieder erholt und wurde abtrünnig, wurde jedoch ersetzt durch eine Schultergeschädigte und eine weitere, Abwechslung liebende Skifahrerin sowie ein teilweise ebensolches Paar).

Am Gitschberg mit dem Bus angekommen einigten wir uns auf eine mittlere Tour (zur Kiener Alm, Dauer 1 Std. 20 Min), die wir um 10:15 starteten. Immer schön auf dem sonnigen Sträßchen auf halber Höhe, das man vom Parkplatz aus sehen konnte – so stellten wir uns das vor. Nach kurzer Zeit störten uns jedoch die hin und wieder dort verkehrenden PKW, weshalb wir gern ‚vom rechten Weg‘ nach links in einen passablen Weg mit Hinweis „Kiener Alm“ abbogen, der uns kurz danach eine erste kleine Kletterpartie abverlangte, jedoch oben in einer Traktorspur annehmbar weiterführte. Irgendwann überquerten wir auch das Sträßchen, das wieder nach Meransen führte, und da kamen wir ja gerade her. Auf der anderen Straßenseite wieder der Wegweiser zur Kiener Alm, dem wir natürlich in den Wald folgten.

Und von hier an ging’s erst einmal bergab, in ringsum tiefem Schnee, jedoch schon mit von Vorgängern ausgetretenen Fußstapfen, Weg wäre zu viel gesagt. Aber nach kurzem ging’s dann nur noch bergauf. Die (teilweise auch etwas vereisten) Fußstritte mussten wir uns suchen und diese wurden immer höher und höher und dementsprechend anstrengender und die Steigung nahm und nahm kein Ende. Umkehren war auch keine Lösung, denn abwärts wäre es dann wirklich gefährlich geworden, und es war ja auch weit und breit kein anderer normaler Weg oder gar ein Sträßchen auszumachen.

Die Details möchten wir euch und uns ersparen, aber wir waren alle froh, nach 2,5 Stunden endlich mal wieder auf eine Straße zu kommen, und zwar knapp unterhalb der Talstation des SKI EXPRESS 204. Wir hatten also unter diesen erschwerten Bedingungen eine Höhendifferenz von ca. 300 m erklettert und hätten eine Pause und Vesper in der Kiener Alm wohl verdient gehabt und auch nötig. Doch nach der nächsten Straßenbiegung führte der Wegweiser auch für das letzte Stückchen bis zur Alm (und später wieder zurück!) erneut ins Gelände, wozu keine/r von uns noch wirklich Lust und Energie hatte.

Nach kurzer Lagebesprechung einigten wir uns darauf, die Kiener Alm Kiener Alm sein  zu lassen und der Straße zu folgen und waren dann mehr als erleichtert, nach einiger Zeit das Straßenschild 'nach Meransen‘ zu sehen und später dann den schönen freien Blick ins Tal genießen zu können. Das war fast wie ein Spaziergang nach dem zuvor bezwungenen steilen und strapaziösen Aufstieg im Schnee.
Das Mittagessen an der Gitschberg-Talstation ab ca. 14:40 h hatten wir uns also redlich
verdient und haben es uns im Sonnenschein auf der Terrasse dann auch wirklich gutgehen lassen. (Fotos von unserem   Abenteuer konnten wir leider keine machen, dazu waren wir unterwegs viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt!) H ier noch ein abschließender versöhnlicher Blick ins Tal.
 
                                                                                                                                         © Renate                                                             
                                                                                                                                                                       

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