Nachlese Weinwanderung 2019

Nachlese

Weinwanderung in und um Iphofen

 21. September 2019      

Juchhe, was für ein Glück hatten wir am Sonntag wieder mit dem Wetter: 

Den ganzen Tag Sonne – doch nicht zu heiß.

Hin und wieder ein frisches Lüftchen – jedoch nicht zu kalt. 

Einfach ideal - zum Wandern / Spazieren / Draußen sein!

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Diese 13 WSC’ler plus Fotografin Heike hatten also mit ihrer Teilnahme eine gute Entscheidung getroffen, zumal ja um die Mittagszeit auch noch das eigentliche Ziel und der Grund dieses Ausflugs, die Weinprobe mit rustikalem Vesper, lockte. Aber so lange wollten / konnten wir bzw. unser Magen nicht warten, und so steuerten wir nach Ankunft in Iphofen City gleich den nächsten Ausschank von Federweißem an, um uns durch ihn und den begleitenden Zwiebelkuchen für die vor uns liegende Strecke zum Weingut Mend zu stärken.

Dort waren wir für 14 Uhr angemeldet und auch pünktlich eingetroffen (einige von uns hatten sogar noch eine Extrarunde durch die Weinberge gedreht, um nicht zu früh anzukommen). Zur Begrüßung durch den Winzer, Herrn Mend, erhielten wir gleich den ersten der sechs zur Verkostung kommenden Weine kredenzt und präsentiert, einen Rebsortenwein 2018 SILVANER, trocken.

Dieses Prozedere (erst Einschenken durch die Winzerinnen, danach Vorstellung des Weines durch den Winzer wie z.B. Lage, Traube, Pressung, Lagerung, Reifung etc.) wiederholte sich bei allen 6 Weinen und dann – und wirklich erst dann – waren wir dran mit dem jeweiligen Kosten und Beurteilen.

In Begleitung des ersten trockenen Silvaners waren wir erst einmal darauf bedacht, durch das inzwischen aufgetragene reichhaltige Winzervesper eine Grundlage für die nachfolgenden Weinproben zu legen. Und den Gesichtern und Kommentaren nach zu urteilen entsprach dieser Wein wohl noch nicht so richtig dem allgemeinen Weingeschmack. Ähnlich war dies bei Probe Nr. 2, 2018 Scheurebe, trocken (Iphöfer Julius-Echter-Berg). Jedoch bei Wein Nr. 3, Rebsortenwein 2018 ROSÉ, trocken, hellten sich einige Minen merklich auf, denn dieser Rosé traf den Geschmack vieler Verkoster. Und von Probe zu Probe entwickelte sich dann so etwas wie zunehmende Begeisterung, die z.B. bei Nr. 6, 2018 Bacchus, halbtrocken oder alternativ 2018 Weißer Burgunder Spätlese, trocken (Iphöfer Kronsberg) bei Einigen den Gipfel erreichte.

Wein Nr. 4, Rotwein 2015 JOHANN, trocken Cuvée rot, 24 Monate im Holzfass gereift, Portugieser- und Dominatrauben ohne Stiele gepresst, und Wein Nr. 5, Lagenwein 2018 riesling spätlese, trocken (Iphöfer Kalb) fanden jedoch auch ihre Liebhaber, wobei es sich früher bei mit ‚Spätlese‘ bezeichneten Weinen fast ausschließlich um süße Weine handelte mit ca. 17% Alkohol oder mehr. Heutzutage haben Spätleseweine jedoch nur noch 13,5% und laufen wie hier unter der Bezeichnung ‚Spätlese trocken‘.

Was vielen von uns wahrscheinlich nicht bekannt war und beim Gang durch die Weinberge auffiel, waren die in regelmäßigen Abständen nahe den Reben stehenden Rosensträucher. Aber diese schöne Blume ist weder zur Zierde des Weinbergs oder gar zum Verkauf gedacht, sondern ist eine effektive Hilfe für die Winzer bei der Erkennung und dann Bekämpfung des Mehltaus auf den Reben. ?!?

Wie und warum? - Rosen sind vom Mehltau in der Regel 2 Tage früher betroffen als Reben, und somit ist der Winzer vorgewarnt und kann sofort die entsprechenden Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine Reben vor diesem Schädling zu schützen. So hilft die Natur dem Menschen. Er muss sie nur zu lesen wissen!

Kurz nach 16 Uhr machten wir uns dann beschwingt auf den Rückweg zum Bahnhof, unterbrochen von einer kurzen Freiluft-Kaffeepause im Ort, um dann (den natürlich wieder verspäteten) 18:07-Zug zu entern und frohgelaunt, und sogar mit Sitzplatz, die Heimfahrt anzutreten.

Unser herzlicher Dank für die Organisation und Wahl des Weinguts Mend für die Weinprobe geht an Heike. Und natürlich danken wir Frank F. für seine wie immer souveräne Führung durch die Weinberge.

Danke für diesen wirklich schönen Tag!                                                            © Renate